Forschung
Das Institut für Staats- und Verwaltungsrecht blickt auf eine mehr als 150-jährige Tradition zurück. Aus ihm sind Rechtswissenschaftler von internationalem Rang hervorgegangen, darunter Georg Jellinek, Edmund Bernatzik, Rudolf von Laun, Hans Nawiasky und Adolf J. Merkl. Besonders prägend für das Institut war Hans Kelsen, der Architekt der österreichischen Bundesverfassung.
Heute gilt unsere Forschung im Staatsrecht den Fundamenten und aktuellen Herausforderungen unseres Zusammenlebens.
Das Institut erforscht zum einen die Staatsorganisation mit Fokus auf Demokratie und Rechtsstaat: Unter welchen Bedingungen funktionieren diese beiden Schlüsselkonzepte verlässlich und vor welchen aktuellen Herausforderungen stehen sie?
Zum anderen widmet sich unsere Forschung den Grund- und Menschenrechten – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Hier untersuchen wir, wie die Dogmatik die Anwendung der komplexen Grundrechtsordnung erleichtern kann. Gleichzeitig analysieren wir, was Entwicklungen wie der Klimawandel, Migration, soziale Medien und KI für den Schutz unserer Rechte bedeuten.
Das Institut bündelt breite Expertise in den verschiedenen Bereichen des Besonderen Verwaltungsrechts. Unsere Forschungsschwerpunkte erstrecken sich über fünf Säulen, die wir stets auch im Kontext der Digitalisierung betrachten:
- Öffentliches Wirtschaftsrecht: darunter Regulierungs-, Bank- und Kapitalmarkt-, Haushalts-, Gewerbe- sowie Bau- und Planungsrecht
- Nachhaltigkeitsrecht: mit Fokus auf Umwelt-, Klimaschutz- und Verkehrsrecht
- Medizinrecht
- Migrationsrecht
- Bildungs- und Forschungsrecht.
Aus dieser tiefen Fach-Expertise gewinnen wir übergreifende Erkenntnisse und entwickeln Impulse für das Allgemeine Verwaltungsrecht und das Verwaltungsverfahrensrecht.
Forschung und Lehre am Institut sind von vier methodischen Grundausrichtungen geprägt, die unsere Arbeit über alle Fachgebiete hinweg leiten:
- Internationale Einbettung: Wir verorten unsere Forschung stets im Kontext des Europa- und Völkerrechts und reflektieren deren Einflüsse und Wechselwirkungen.
- Rechtsvergleichende Perspektive: Die Rechtsvergleichung hat am Institut eine besondere Tradition – sie umfasst sowohl europäische als auch nicht-europäische Rechtsordnungen.
- Rechtshistorische Fundierung: Den Blick über geografische Grenzen ergänzen wir durch einen Vergleich auf der Zeitachse, um rechtshistorische Entwicklungen sichtbar zu machen.
- Interdisziplinärer Zugriff: Unser Institut öffnet sich gezielt den methodischen Zugängen anderer Wissenschaftsdisziplinen.
Publikationen und Aktivitäten des Instituts
Am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht ist die Ko-Direktion des universitätsweiten Forschungsverbundes „Demokratie und Menschenrechte“ angesiedelt. Das Institut ist zudem Sitz des Vienna Centre for Migration & Law (VMCL) und arbeitet eng mit dem Institut für Recht und Ethik in der Medizin und dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte zusammen. Im Netzwerk Climate Tea Time haben sich junge Wissenschaftler*innen zusammengeschlossen, um die Klimakrise aus rechtlicher Sicht zu beleuchten.